Bildung schafft Zukunft: XUND Fokus verbindet Forschung und Praxis
Unterschiedliche Perspektiven zusammenbringen, Erkenntnisse einordnen und voneinander lernen: Mit diesem Anspruch lud XUND zum Anlass «Bildung schafft Zukunft» ein. Die Gäste aus der Zentralschweiz und darüber hinaus nutzten die Gelegenheit für einen lebendigen Austausch über die Zukunft der Berufsbildung.
«Die Frage ist nicht, ob sich Bildung verändert. Die Frage ist vielmehr, wie wir diese Veränderungen gemeinsam gestalten», sagte Madeleine Scheidegger, Bereichsleiterin Praxistraining und Mitglied der Geschäftsleitung von XUND, zur Begrüssung.
Ein starkes Bildungssystem mit Herausforderungen
Prof. Dr. Stefan C. Wolter zeigte anhand zentraler Erkenntnisse aus dem Bildungsbericht Schweiz 2026 Licht und Schatten auf. Das Schweizer Bildungssystem ist strukturell gut aufgestellt und bietet durchlässige Bildungswege. Bildung lohnt sich auch finanziell, insbesondere die höhere Berufsbildung eröffnet attraktive Entwicklungsmöglichkeiten.
Gleichzeitig benannte Wolter zentrale Herausforderungen: die demografische Entwicklung, den Bedarf an zusätzlichen Lehrstellen und sinkende Grundkompetenzen. Bildungsabschlüsse allein reichen nicht aus. Entscheidend ist, welche Fähigkeiten die Absolventinnen und Absolventen tatsächlich mitbringen. Auch Digitalisierung und künstliche Intelligenz ersetzen die Grundlagen im Lesen, Schreiben und Rechnen nicht.
Den Bildungsbericht verglich Wolter mit einem Blick in den Rückspiegel: Er macht bisherige Entwicklungen sichtbar und zeigt, wo das Bildungssystem heute steht. Um daraus konkrete Schritte für die Zukunft abzuleiten, braucht es auch die Erfahrungen jener, die Bildung täglich gestalten. Wie zeigen sich die Herausforderungen in Schulen und Ausbildungsbetrieben? Welche Ansätze bewähren sich? Und welche Rahmenbedingungen ermöglichen Veränderungen?
Grundkompetenzen stärken und Veränderungen ermöglichen
Diese Fragen griff der anschliessende Praxisdialog unter der Moderation von Michael Kraft aus der Bildungsentwicklung von XUND auf. Christian Schäli, Daniel Preckel, Christine Stadler, Christa Augsburger, David Tassi und Jeta Burri brachten ihre Perspektiven aus Politik, Verwaltung, Bildungsinstitutionen, Verbänden und betrieblicher Ausbildung ein. Gemeinsam schlugen sie die Brücke von den wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Bildungsalltag.
Dabei ging es auch um das Zusammenspiel von verbindlichen Vorgaben und Gestaltungsspielraum. Christian Schäli, Vorsteher des Bildungs- und Kulturdepartements des Kantons Obwalden, betonte: «Es braucht Ziele mit Verbindlichkeit. Gleichzeitig braucht es auch Freiräume für Unternehmen auf dem Weg zu den Zielen.» Zudem verwies er auf die Bedeutung früher Förderung für die Chancengleichheit. Die Volksschule könne diese Aufgabe nicht alleine bewältigen.
Wie Bildungsinstitutionen mit unterschiedlichen Voraussetzungen umgehen, erläuterte Christa Augsburger, Direktorin der SHL Schweizerischen Hotelfachschule Luzern. Ihre Studierenden kommen etwa je zur Hälfte mit einer gymnasialen Maturität oder einem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis an die Schule. Auf zunehmende Unterschiede bei den Grundkompetenzen reagiert die SHL mit durchmischten Lerngruppen und der gezielten Förderung von Handlungskompetenzen.
Auch der technologische Wandel verlangt eine solide Basis. «Grundkompetenzen sind sehr wichtig, damit gut in KI ‹gepromptet› werden kann», sagte David Tassi, Geschäftsführer ICT Berufsbildung Zentralschweiz. Die Vielzahl neuer Werkzeuge erfordere zudem eine hohe Lernbereitschaft und das Wissen, diese sinnvoll einzusetzen.
Gemeinsam Bildung weiterentwickeln
Beim anschliessenden Apéro wurden die Gespräche vertieft und Kontakte über Institutions- und Branchengrenzen hinweg geknüpft. Der erfolgreiche Anlass zeigte, wie wertvoll der Dialog zwischen Forschung, Politik und Praxis ist. Als OdA und Bildungsanbieterin schafft XUND mit dem XUND Fokus Raum für diesen Austausch und für die gemeinsame Weiterentwicklung der Bildung.










