
HSLU testet Exoskelett zur Unterstützung des Pflegepersonals

Pflegekräfte sind im Berufsalltag erheblichen körperlichen Belastungen ausgesetzt, insbesondere beim Heben und Umlagern von Patienteninnen und Patienten. Muskel-Skelett-Erkrankungen gehören deshalb zu den häufigsten gesundheitlichen Beschwerden in der Pflege. Technische Hilfsmittel könnten künftig dazu beitragen, diese Belastungen zu reduzieren.
Das Institut für Medizintechnik (IMT) der Hochschule Luzern untersucht im Rahmen einer Pilotstudie, wie Exoskelette Pflegefachpersonen im Arbeitsalltag unterstützen können. Ein Exoskelett ist ein tragbares Assistenzsystem, das Bewegungen unterstützt und Muskeln sowie Gelenke entlastet. Im Fokus stehen das Entlastungspotenzial, die Praxistauglichkeit sowie die Akzeptanz bei Pflegefachpersonen und Patientinnen und Patienten.
Studierende Pflege HF unterstützen die Tests
Als Testpersonen stellten sich fünf Studierende Pflege HF dem Forschungsteam zur Verfügung. Sie führten die vorgegebenen Arbeitsabläufe fachgerecht durch und lieferten damit wertvolle Erkenntnisse für die Untersuchung. Die Teilnahme bot den Studierenden die Möglichkeit, innovative Technologien kennenzulernen und einen direkten Beitrag zu einem praxisnahen Forschungsprojekt zu leisten.
Es wurden zwei typische Bewegungsabläufe, welche im Alltag körperlich besonders belastend für Pflegekräfte sind, jeweils mit und ohne Exoskelett durchgeführt. Die Forschenden konzentrierten sich auf die Bewegungen «dem Patienten beim Aufsitzen im Bett helfen» und «dem Patienten beim Aufstehen vom Bettrand her helfen». «Es fühlt sich anfangs etwas komisch an, aber ich bemerke schon eine Entlastung für den Rücken» sagte eine Studentin nach dem ersten Testlauf mit dem Exoskelett.
Enge Zusammenarbeit der Zentralschweizer Akteure in Bildung und Forschung
Bereits zum zweiten Mal fanden in den Skillsräumen von XUND Tests für ein Forschungsprojekt der Hochschule Luzern statt. Schon 2025 wurde dort ein Assistenzroboter erprobt, der Pflegefachpersonen künftig bei ihrer Arbeit unterstützen soll (zum entsprechenden News-Beitrag geht es hier).
Dank des Gesundheitsclusters Zentralschweiz wird die Zusammenarbeit zwischen Bildungs- und Forschungsinstitutionen im Gesundheitsbereich gestärkt. Zu den Partnern gehören die Hochschule Luzern, die Universität Luzern und XUND Bildung Gesundheit Zentralschweiz. Gemeinsam fördern sie Innovationen und leisten einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung in der Zentralschweiz.