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Trickkiste Beratung: Tun Sie sich selbst etwas Gutes!

Wann haben Sie das letzte Mal ganz bewusst Dinge getan, die Ihnen guttun? Selbst die Zügel in die Hand genommen, damit Sie sich wohler fühlen? Es sind die kleinen Dinge, im Hier und Jetzt, die uns helfen, uns besser zu fühlen:

Wussten Sie zum Beispiel, dass andere ehrlich zu loben hilfreich ist, sich selbst gut zu fühlen? Oder, dass wir uns selbst guttun, wenn wir jemand anderem etwas zuliebe tun? «Helper’s High» nennen die Amerikaner dieses gute Gefühl, das aus dem Helfen oder jemandem etwas Gutes tun, resultiert. Schon die Bibel wusste, dass Geben seliger ist als Nehmen. Denn Freundlichkeit fördert nachgewiesenermassen positive Gefühle. Und es gibt Hinweise, dass diese positiven Gefühle unser Immunsystem stärken und uns vor Atemwegsviren schützen können – gerade in diesen Zeiten eine kluge Strategie neben den anderen Schutzmassnahmen.

Der Vorteil dieser kleinen Massnahmen ist, dass wir sie jederzeit selbstbestimmt nützen können, um unser Wohlbefinden und Glücklichsein zu steigern. Inzwischen gibt es drei Metaanalysen, die bis zu sechs Monaten andauernde nachhaltige Effekte von einfachen, niederschwellig umsetzbaren Methoden nachweisen konnten (Sin & Lyubomirsky, 2009; Bolier et al., 2013, Donaldson et al., 2014; zit. nach Blickhan, 2017). Nachfolgend finden Sie drei dieser einfachen Übungen (Seligman, 2012). Tun Sie sich heute noch etwas Gutes:

1. Tagebucheintrag: «Was gut gelaufen ist» Übung

Notieren Sie eine Woche lang jeden Abend drei Dinge, die heute gut gelaufen sind. Diese müssen nicht weltbewegend sein – sondern können alltäglichen Charakter haben. Begründen Sie jeweils, wieso diese gut gelaufen sind. Beispiel: Die Sonne schien. Ich konnte die Sonnenwärme bewusst geniessen, weil ich spazieren ging.
Begründung. Die Erkenntnis des eigenen Beitrages erhöht unsere Selbstwirksamkeit.

2. Dankbarkeitsbesuch

Schreiben Sie einer Person, der Sie dankbar sind, einen Dankesbrief im Rahmen einer A4 Seite und bringen Sie diesen dieser Person unter Einhaltung der Schutzmassnahmen oder nach der Coronazeit persönlich vorbei.
Begründung. Die Empfindung von Dankbarkeit erinnert uns an ein angenehmes positives Ereignis.

3. Signaturenstärken

Führen Sie einen Persönlichkeitsstärkentest durch und erkennen Sie Ihre Signaturenstärken (230 Fragen = 30 Minuten). Anschliessend setzen Sie eine Woche lang jeden Tag eine Ihrer Top-Stärken um. Dieser kostenlose Persönlichkeitstest aus der positiven Psychologie erfasst Themen, welche im täglichen Leben aber auch in der Arbeit und im Beruf wichtig sind und ein gutes, sinnerfülltes Leben ermöglichen. https://www.persoenlichkeitsstaerken.ch/angaben.php 
Begründung. Erleben wird durch Aufmerksamkeits-Fokussierung erzeugt – liegt die Aufmerksamkeit auf den eigenen Stärken beeinflusst dies das Erleben positiv.

 

Literaturtipp:

Seligman, M. (2012). Flourish: Wie Menschen aufblühen. München, Deutschland: Kösel.

 

Linktipp:

Interview mit der Glücksforscherin Lyubomirsky: Pandemic Happiness https://onwisdompodcast.fireside.fm/28

 

 

 

Quellen:

  • Blickhahn, Daniela (2017). Anleitung zum Glücklich sein. Studie über die Wirkung von Ausbildungen in Angewandter Positiver Psychologie auf Wohlbefinden und Flourishing der Teilnehmenden. Abgerufen am 5.11.2020 von https://refubium.fu-berlin.de/bitstream/handle/fub188/4729/Dissertation_Blickhan_2017.pdf?sequence=1&isAllowed=y
  • Bolier, L., Haverman, M., Westerhof, G. J., Riper, H., Smit, F. & Bohlmeijer, E. (2013). Positive psychology interventions: a meta-analysis of randomized controlled studies. BMC public health, 13, 1-19.
  • Donaldson, S. I., Dollwet, M. & Rao, M. A. (2014). Happiness, excellence, and optimal human functioning revisited: Examining the peer-reviewed literature linked to positive psychology. The Journal of Positive Psychology, 1-11.
  • Esser, Barbara (2017). Warum Helfen glücklich macht. Abgerufen am 18.11.20 von https://focus-arztsuche.de/magazin/gesundheitswissen/psychologie-helfen-macht-gluecklich
  • Schuber, Christian (2018). Was uns krank macht. Was uns heilt. 5. Auflage. Munderfing: Fischer & Gann.
  • Sheldon, K. M., Boehm, J. K. & Lyubomirsky, S. (2012). Variety is the spice of happiness: The hedonic adaptation prevention (HAP) model. In I. Boniwell & S. David (Eds.), Oxford handbook of happiness (pp. 901-914). Oxford, UK: Open University Press.
  • Sin, N. & Lyubomirsky, S. (2009). Enhancing well-being and alleviating depressive symptoms with positive psychology interventions: a practice-friendly meta-analysis. Journal of Clinical Psychology, 65 (5), 467-487.