
Erstmals absolvieren über 3'000 Personen eine Pflegeausbildung

Die Beliebtheit der Pflegeberufe bei Berufseinsteigenden bleibt sehr hoch. Etwa jede/r elfte Schulabgänger/in startet in der Pflege ins Berufsleben. Insgesamt haben im Jahr 2025 850 Personen eine Berufslehre in der Pflege begonnen. Dies entspricht einem Plus von 3.7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch auf der Stufe der Höheren Fachschule (HF) wird mit 509 neu gestarteten Studierenden ein erneuter Rekord (+6.7 Prozent ggü. Vorjahr) verzeichnet. Im gleichen Jahr wurden 1’028 Diplome, Fähigkeitszeugnisse und Atteste vergeben
Umsetzung der Pflegeinitiative
In der Umsetzung der ersten Etappe der Pflegeinitiative wurden wichtige Schritte getätigt. Bereits seit dem 1. Juli 2024 können Studierenden abhängig vom Alter und der familiären Situation in ihrem Wohnkanton zusätzliche Ausbildungsbeiträge zum Ausbildungslohn erhalten. Weiter fördern die Zentralschweizer Kantone insgesamt zwölf unterschiedliche Projekte. Dazu gehört beispielsweise die Fachstelle Ausbildungsberatung von XUND, welche den über 200 Ausbildungsbetrieben in der Zentralschweiz konzeptionell, organisatorisch und in anspruchsvollen Ausbildungssituationen zur Seite steht. Nebst der beratenden Tätigkeit konnten viele Betriebe dank den «Flying Berufsbildenden» die Bildungsqualität hochhalten und es wurde der Aufbau von Verbundlösungen sowie von Ausbildungsstationen begleitet.
Seit Herbst erstmals Teilzeitausbildung möglich
Auch mit Unterstützung aus der Pflegeinitiative konnte der neue modulare Studiengang Pflege HF im November 2025 ein erstes Mal mit 30 Studierenden gestartet werden. Der Studiengang ist in Teilzeit möglich und eröffnet damit insbesondere Personen mit familiären oder weiteren Verpflichtungen neue Ausbildungsperspektiven. Je nach Pensum und Vorbildung dauert die Ausbildung zwei bis vier Jahre. Der Studiengang verbindet flexibles Lernen mit persönlichem Austausch. Unterrichtsblöcke wechseln sich mit Praxiseinsätzen ab. Im Studium lernen die Studierenden mit digitalen Angeboten wie E-Learnings und vertiefen ihr Wissen an Präsenztagen gemeinsam mit Fachpersonen. In der Portfolioarbeit reflektieren sie ihren Lernprozess, setzen Ziele und halten ihren Lernfortschritt fest.
Neuer Bildungsstandort in Rotkreuz ab 2028
Um den steigenden Ausbildungszahlen und den Anforderungen an die Bildung der Zukunft gerecht zu werden, entsteht im Kanton Zug auf dem Suurstoffi-Areal in Rotkreuz ein neuer Bildungsstandort. Dieser wird den bestehenden Ausbildungsstandort in Alpnach ablösen. Ab 2028 werden die Pflegefachkräfte zur noch besseren Verschränkung von Theorie und Praxis in Luzern und Rotkreuz ausgebildet . XUND kann als Mieterin den Innenausbau in Rotkreuz eigenständig vornehmen und auf die eigenen Bedürfnisse ausrichten. Die Bauarbeiten sind im Dezember 2024 gestartet und das Projekt schreitet gemäss Zeitplan voran. Aktuell laufen die Ausschreibungen und Vergaben sowie ein Fundraising für den Innenausbau.
In Berufsmarketing investiert
Bereits seit mehreren Jahren intensivieren Branchen, Betriebe und XUND gemeinsam mit Unterstützung der Zentralschweizer Kantone die Massnahmen zur Bekanntmachung der vielfältigen Laufbahnmöglichkeiten in der Pflege. Eine von XUND in Auftrag gegebene Imagestudie zeigte 2024, dass diese in der Öffentlichkeit noch zu wenig bekannt sind. Auch positive Aspekte wie Abwechslung, selbstständiges Arbeiten oder hohe Fachkompetenz werden oft unterschätzt. Darauf aufbauend wurde gemeinsam mit den Partnern die Kampagne «X-Gründe für deine Laufbahn in der Pflege» lanciert und seither weiter ausgebaut. In kurzen Videos und Bildern geben Mitarbeitende authentische Einblicke in ihren Berufsalltag und erreichen damit ein breites Publikum. «Auch etablierte Formate wie die Zebi oder die Zentralschweizer Woche der Gesundheitsberufe vom 21. bis 28. März 2026 leisten einen wichtigen Beitrag zur Berufsorientierung», sagt Matthias Rem, Leiter Marketing & Kommunikation bei XUND.
Steigender Fachkräftebedarf
Die Entwicklung bei den Ausbildungszahlen ist erfreulich, dennoch bleibt der Handlungsbedarf hoch. Auch 2026 verfolgt XUND konsequent die Wachstumsstrategie, um die bedarfsgerechte Aus- und Weiterbildung qualifizierter Gesundheitsfachkräfte für die Zentralschweiz sicherzustellen. «Gemeinsam mit den Betrieben, unseren Partnerinnen und Partnern sowie dank der engen Vernetzung mit den Zentralschweizer Akteuren stellen wir uns der Herausforderung des steigenden Fachkräftebedarfs», sagt Brigitte Christen, Vorsitzende der Geschäftsleitung XUND.
Grafik aktive Lernende und Studierende bei XUND 2010-2025 >
Foto Diplomierte Expertin und Experte Intensivpflege NDS HF bei der Arbeit >
Foto Interessierte besuchen Einblick an der Woche der Gesundheitsberufe >