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NDS-Projektarbeiten kommen in der Praxis an

Was zum Abschluss in den Nachdiplomstudiengängen Anästhesiepflege, Intensivpflege und Notfallpflege HF entsteht, bleibt nicht Theorie. Viele Projektarbeiten werden bereits im Alltag im Gesundheitswesen eingesetzt oder haben das Potenzial, die Praxis konkret zu unterstützen. Einige Beispiele zeigen die grosse Bandbreite der Themen sowie die Wirkung, welche damit erreicht wird.

Seit Mai 2025 präsentieren die Studierenden der Nachdiplomstudiengänge ihreProjektarbeiten im Rahmen einer Vernissage bei XUND. Die neue Form macht sichtbar, worum es in diesen Arbeiten geht: um Themen aus dem Berufsalltag, um konkrete Herausforderungen in der Versorgung und um Lösungen, die für Patientinnen, Patienten, Angehörige oder Fachpersonen einen Unterschied machen. 

Die Arbeiten zeigen eine grosse Bandbreite. Einige richten sich bewusst an Menschen ohne medizinisches Vorwissen. Sie erklären, begleiten und helfen dabei, schwierige Situationen besser zu verstehen. Andere wurden für Fachpersonen entwickelt und unterstützen sie in anspruchsvollen Momenten mit Wissen, Struktur und praktischen Hilfsmitteln. 

Verständlich erklären, wo Fragen entstehen 

Ein Beispiel ist das Video «Stundenlang auf dem Notfall. Worauf warte ich?». Es erklärt, weshalb Patientinnen und Patienten auf der Notfallstation nicht in der Reihenfolge ihres Eintreffens behandelt werden. Das Video macht das Triagemodell verständlich und hilft, Wartezeiten besser einzuordnen. Es ist öffentlich auf YouTube verfügbar und wird in einzelnen Wartebereichen bereits über einen QR-Code zugänglich gemacht. 

Auch das Entdeckerheft «Mein Besuch auf der Intensivstation» setzt dort an, wo Unsicherheit entstehen kann. Es begleitet Kinder zwischen drei und zwölf Jahren, wenn sie eine nahestehende Person auf der Intensivstation besuchen. Das Heft erklärt kindgerecht, was sie dort sehen und erleben können. Es hilft, Ängste abzubauen und Eindrücke einzuordnen. Eingesetzt wird es bereits am Zuger Kantonsspital und am Luzerner Kantonsspital. Mit dem Potenzial einer schweizweiten Implementierung durch die Schweizerische Gesellschaft für Intensivmedizin (SGI) leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zur familienzentrierten Intensivpflege und zur kindgerechten Begleitung von Angehörigen auf Intensivstationen. 

Mit dem Podcast «Lebendig diskutiert, tot entschieden.» greift eine weitere Arbeit ein gesellschaftlich relevantes Thema auf. Der Podcast informiert verständlich und neutral über Organspende und die erweiterte Widerspruchslösung, welche voraussichtlich ab dem dritten Quartal 2027 in Kraft tritt. Der Podcast lädt dazu ein, sich mit dem eigenen Willen auseinanderzusetzen und darüber ins Gespräch zu kommen. 

Unterstützung für Fachpersonen im Alltag 

Andere Projektarbeiten richten sich direkt an Fachpersonen. Sie geben Orientierung in Situationen, die selten, anspruchsvoll oder besonders sensibel sind. 

Dazu gehört ein Booklet zum Passy-Muir-Sprechventil. Es zeigt, wie Patientinnen und Patienten trotz Beatmung sprechen können und fasst wichtige Informationen zur Anwendung zusammen. Anleitungen und Checklisten unterstützen Fachpersonen dabei, das Ventil sicher einzusetzen. 

Die Arbeit «Wenn jede Spur zählt. Einsatz des Forensic Set in der Notfallpflege» befasst sich mit der Spurensicherung im klinischen Alltag. Das entwickelte Material hilft, in einer belastenden Situation strukturiert vorzugehen. Eine Checkliste führt durch die einzelnen Schritte, eine Broschüre vermittelt die wichtigsten fachlichen Grundlagen. 

Auch die Anästhesiepflege ist vertreten. Das E-Learning Modul «Volltreffer mit System» unterstützt Pflegefachpersonen beim Erlernen der ultraschallgesteuerten peripheren Venenpunktion. Es verbindet aktuelles Fachwissen mit praktischer Anwendung und stärkt damit die Handlungssicherheit im Alltag. 

Ein weiteres Beispiel ist das Informationsplakat «Der rettende Schnitt. Koniotomie im Kampf gegen die Hypoxie». Es bereitet eine seltene, aber lebensrettende Notfallsituation übersichtlich auf. Die klare Schritt-für-Schritt-Anleitung hilft Fachpersonen, sich gezielt vorzubereiten und im Ernstfall sicherer zu handeln. 

Sichtbar wird, was wirkt 

Die Vernissage zeigt nicht nur fertige Projektarbeiten. Sie zeigt, wie eng Bildung und Praxis miteinander verbunden sind. Aus Fragestellungen des Berufsalltags entstehen Materialien, die erklären, begleiten, strukturieren und Sicherheit geben. 

Dass mehrere Arbeiten bereits in der Praxis eingesetzt werden, macht ihren Wert besonders deutlich. Sie finden Einzug in Wartebereiche, auf Intensivstationen, in Schulungssettings und in klinische Abläufe. Damit leisten die Studierenden einen konkreten Beitrag zur Weiterentwicklung der Versorgung. Die NDS-Projektarbeiten zeigen eindrücklich: Gute Ideen entstehen oft dort, wo Fachpersonen genau hinschauen. Und wenn daraus praxistaugliche Lösungen werden, profitieren viele davon.